Brucken

Bruckener Kirchengeschichte

Im 400. Gedächtnisjahr der Augsburger Konfession - im Jahr 1930 - weihte die Bruckener Kirchengemeinde ihre Kirche ein. Mit dieser eigenen Kirche war auch die über 400jährige kirchen-lose Zeit für dieses evangelische Dorf zu Ende. Kirchlich versorgt wurde es seit dem 17. Jahrhundert von der Stadtpfarrei Owen, obwohl es rechtlich noch lange Oberlenninger Filial blieb.

Die ältesten Bewohner Bruckens erinnern sich noch gut an ihre Konfirmation in Owen und an den immer stärker werdenden Wunsch der Gemeinde nach einer eigenen Kirche. Der Schulsaal dienste alle zwei Wochen als Versammlungsraum für eine Gemeindegebetsstunde. Winters fanden auch die Trauergottesdienste im Schulzimmer statt.

Nach dem 1. Weltkrieg sammelte Brucken ein Kirchenbaukapital. Das Evangelische Konsistorium bewilligte 1922 einen Beitrag von 800 Mark zum Baufonds. Dieser Fonds fiel der Inflation zum Opfer. In den Folgejahren anerkannte der Oberkirchenrat durchaus die "Beschaffung eines einfachen Betsaals" und zeigte sich erfreut, das "ein geeigneter Bauplatz geschenkt worden ist".

Kräftig unterstützt von Owener Stadtpfarrer Theodor Lang und dem Kirchheimer Dekan Gmelin, brachte die Bruckener Gemeinde durch großherzige Spenden und Eigenleistungen die Bausumme von 50.000 Reichsmark zusammen. Sie wollte nicht nur einen Betsaal, sondern eine Kirche mit einem Glockenturm. Man muss sich vergegenwärtigen, dass um 1929/30 große Arbeitslosigkeit herrschte, die Inflation kaum überwunden war und Brucken zu den ärmsten Gemeinden zählte. Aber sie leistete sich für ihren Kirchbau einen Stuttgarter Architekten. Hans Seytter, Regierungsbaumeister, entwarf die Bruckener Kirche. Sie zeigt eine überzeugende Beschränkung auf das Wesentliche und "steht ganz im Zeichen werkstoffgerechten Bauens"; sie weist den Architekten als Schüler Professor Paul Schmitthenner, Stuttgart, aus. Als 32 jähriger erhielt Hans Seytter eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Baukunst in Weimar.

Orgel

Auf ihre Orgel ist die Bruckener Kirchengemeinde besonders stolz. Und das zurecht. Schließlich haben die Bruckener "ihre" Orgel zu einem Großteil selbst finanziert und mitaufgebaut.

Das Instrument aus der Orgelmanufaktur Bernard Aubertin (Courtefontaine/Frankreich) ist nach französischen Vorbildern des 17. und 18. Jahrhunderts konstruiert.

Es besitzt 10 ½ Register auf einem Manual und Pedal. Das Manual besitzt eine Schleifenteilung zwischen c1 /cis1. Dadurch ist es möglich, auf einem Manual verschiedene Klangfarben gleichzeitig zu erzeugen. Hierdurch kann beispielsweise die gesamte Palette spanischer und ein Großteil der barocken französischen und deutschen Orgelliteratur auf diesem Instrument adäquat gespielt werden.
Die Orgel ist "hinterspielig", d.h. sie hat ihre Klaviaturen auf der Rückseite des Instruments, wodurch die Orgel direkt an der Emporenbrüstung stehen kann und ihren Klang direkt in den Raum abstrahlt.
Der Klang des Instruments ist - angelehnt an seine französischen Vorbilder - sehr kräftig, aber nie aufdringlich und füllt den Kirchenraum voll aus. Trotz ihrer wenigen Register hat die Aubertin-Orgel eine große Bandbreite an Klangfarben zu bieten.
Eine Besonderheit der Bruckener Orgel ist das Kontra-A auf Manual und Pedal (Taste Cis), wodurch man im Pedal auf der Taste Cis sogar einen Subbaß 32' erhält.
Die Orgel hat mechanische Schleifladen. Die Pfeifen des gravitätischen Bourdon 16' stehen links und rechts an der Wand, seitlich der Orgel.
Die Verarbeitung des Instruments ist die gleiche handwerklich kunstvolle wie vor hunderten von Jahren. Lediglich der Elektromotor zur Winderzeugung unterscheidet die Orgel von ihren Vorbildern. Dieses orgelbauliche Kunstwerk ist gleichermaßen Anziehungspunkt für Organisten, Orgelliebhaber wie Orgelprofessoren aus aller Herren Länder.

Die Orgel hat folgende Disposition (geteilte Register mit jeweils zwei Registerzügen: B=Bass; D=Diskant):

Manual
(C.1A.D-d3):
Pedal
(C.1A.D-d1):
Montre 8'
Bourdon 8' (B/D)
Traversière 8' (D)
Prestant 4'
Flûte 4' (B/D)
Nazard 2 2/3' (B/D)
Doublette 2'
Tierce 1 3/5' (B/D)
Fourniture 4fach 2'
Trompette 8' (B/D)
Bourdon 16'


Tremblant
Tire-Main (Pedalkoppel

 

 

Für nähere Informationen zur Aubertin-Orgel erhalten Sie auch eine Orgelfestschrift.

Die Orgel ist auf einer CD dokumentiert, die unter dem Titel "spectrum musicum" erschienen ist. Darauf werden Orgelwerke des europäischen Barock Werken für Saiteninstrumente des 20. Jahrhunderts gegenübergestellt. Ausführende sind Dietmar Garn (Gitarre), Heidi Ilgenfritz (Hackbrett), Roland Leistner-Mayer (Klavier) und Jens Wollenschläger (Orgel).

Jens Wollenschläger 
 

Außerdem ist die Bruckener Orgel auf der Seite Organindex aufgenommen:

Link:

http://organindex.de/index.php?title=Lenningen/Brucken,_Kirche

 


Oberlenningen

St. Martinskirche Oberlenningen

Die evangelische Martinskirche ist die älteste Kirche im Lenninger Tal und wohl eine Missionskirche, eine Filiale der Kirchheimer Martinskirche, deren fränkischer Ursprung feststehen dürfte. Ob mit der Kirchengründung der Ort entstanden ist, bleibt fraglich, da der Name Oberlenningen auf alemannische Gründer hinweist.
Kirchengründung und Vorgängerbauten liegen im Dunkeln. Der Charakter der heutigen Kirche wird wesentlich durch die romanische Säulenbasilika des 11. Jahrhunderts bestimmt: die breite Säulenstellung und die schmucklosen Polsterkapitelle fallen aus der deutsch-romanischen Baukunst heraus. Das Kirchenschiff wurde im 14. Jahrhundert mit Fresken ausgemalt, die teilweise wieder freigelegt wurden. Ende des 15. Jahrhunderts wurde ein spätgotischer Chor mit fünfgeschossigem Turm angebaut. Nach der Reformation wurden in die Seitenschiffe große Fenster eingebrochen, um für den evangelischen Predigtgottesdienst den Innenraum heller zu machen. In der Barockzeit erfolgte der Einbau der Orgel und einer einseitigen Empore, ein Rokoko-Orgelprospekt kam später hinzu. Außen an der Kirche erinnert eine Tafel an den Oberlenninger Pfarrer Julius von Jan, der am Bußtag 1938 in seiner Predigt über das Prophetenwort "O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort" die Reichspogromnacht verurteilte und dafür ins Gefängnis kam.

 

 

Kirchenführungen in der St. Martinskirche Oberlenningen

Gerne heißen wir Sie und Ihre Gruppe zu einer Kirchenführung in unserer St. Martinskirche willkommen.

Bitte richten Sie Ihre Terminanfrage ca. 4 Wochen vorab an unser Gemeindebüro oder an das Oberlenninger Pfarramt. Wir leiten Ihre Anfrage an unsere Kirchenführerinnen weiter, die dann mit Ihnen Kontakt aufnehmen und die Details klären werden.

Die Kirchenführungen sind kostenfrei; wir freuen uns aber als Dank über Ihre Spende, die dem Erhalt der St. Martinskirche zugutekommt.

Informationen zum Glockenjubiläum

Nachfolgend finden Sie weitere Informationen im pdf-Format zum 60-jährigen Glockenjubiläum:

 

500. Geburtstag des Chorgestühls - Bericht Erika Hillegaart

Über folgenden Link können Sie den Bericht von Frau Erika Hillegaart anlässlich des 500. Geburtstags des Chorgestühls unserer St. Martinskirche, der am 28. März 2013 im Teckboten erschienen ist, abrufen:

Zum Artikel...

Schopfloch

Johanneskirche Schopfloch

Geschichtliches

Eine Kirche gab es in Schopfloch bereits bei der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Jahr 1152. Sowohl  der Grundbesitz als auch die Einwohner gehörten damals dem Kloster Rot an der Rot. Das Patronat über die Kirche wechselte 1411 vom Kloster Rot über Konrad von Freyberg nach Württemberg.

Mit der Einführung der Reformation 1557/59 wurde Schopfloch eine eigenständige Gemeinde, zu der bis 1560 auch noch der Nachbarort Gutenberg gehörte.
Bedingt durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges musste Schopfloch 1636 bis 1666 von Oberlenningen bzw. Gutenberg aus kirchlich versorgt werden.

Die Aufzeichnungen in den Schopflocher Kirchenbüchern beginnen mit dem Jahr 1666.

In ihrere heutigen Form wurde die Kirche in zwei Bauabschnitten auf Fundaments- und Mauerresten der Vorgängerkirche errichtet. Die Inschrift an der Nordseite der Kirche besagt: "1782 ist diese Kirchen erbaut worden".

Die Erweiterung mit Anbau im Osten erfolgte erst 1807, um Platz für die Orgel zu schaffen. Hierzu wurde die Orgelempor gegenüber den anderen Emporen niedriger und die Decke höher gebaut.

Die Höhe des Kirchturms beträgt 19,50 m (mit Turmzier 22 m).

Ab 1958 erhielt die Kirche neue Bänke und der Innenanstrich wurde erneuert. Dabei tauchte die originale Farbgebung des Orgelgehäuses wieder auf. Der Anstrich wurde entfernt und gegen die ursprüngliche Farbgebung von 1809 ausgetauscht.

1966 erfolgte eine Erneuerung der Dächer, Fenster und des Außenputzes. 1970 wurden schließlich Sitzbankheizungen eingebaut.

1995/96 wurde die Johanneskirche zunächst außen, anschließend innen renoviert und erhielt nach Vorgaben des Landesdenkmalamtes ihre einladend helle Farbe nach den ursprünglichen Farbmustern.

Seit 2015 sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Gange. Die zuerst geplante Fassadenrenovierung musste nach Absacken des Fundamentes an der nord-östlichen Gebäudeecke komplett neu überdacht werden. Weitere Maßnahmen wie Bodenanalyse, statische Untersuchungen, Abstützung der betroffenen Fenster, partielle Fundamentunterfangung, Sanierung der neu entstandenen tiefen Mauerrisse außen und innen sowie die Renovierung der Orgelempore wurden erforderlich.
Bis Ende August 2017 sollen die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein.

Kirchturmuhr

Seit 1766 besitzt Schopfloch zwei Kirchturmuhren an der Nord- und Westseite des Turmes, da der Ort in Richtung Berg (Osten) und Pfulb (Süden) damals unbesiedelt war. Der Huf- und Waffenschmied Johann Georg Allgayer fertigte die älteste Uhr. Sie trägt die Inschrift: "Lust und Lieb zu einem Ding, macht jede Müh und Arbeit ring."
Diese Uhr steht als Schaustück im Treppenhaus der Grundschule Schopfloch, nachdem sie 1963 gegen eine neue ausgetauscht wurde.

Kanzel, Wandkreuz und Glocken

Neben der Kanzel und dem Wandkreuz stammt auch die älteste der drei Glocken im Kirchturm aus der Vorgängerkirche. Diese Glocke in der Tonart "C" besitzt einen Durchmesser von 84 cm und weigt 380 kg. Die Umschrift am oberen Glockenrand ist nur schwer zu entziffern. Sie lautet

"M. lucas schuler u. hans braun, Hans Steidleder, Michel Kechelin goss mich hans braun in Ulm anno 1620"


Ursprünglich hingen im Glockenturm zwei Glocken, von denen die kleinere, 162,5 kg schwere, im Oktober 1917 abgebaut und als Metallspende abgegeben werden musste. Sie wurde kurz vor Kriegsende 1918 in der Schmelzhütte Call in der Eiffel eingeschmolzen.

1921 konnte ihre Nachfolgerin eingeweiht werden. Sie trug die Inschrift:

"Die vor mir rief, war 1840 gegossen, ist 1918 im Feuer verflossen, in Krieg und Leid.
Von Frieden mag singen mein sattes Klingen und besserer Zeit! Gott erhalt's!"


1940 musste diese ebenfalls als Metallspende abgeliefert werden, kehrte 1945 aber unversehrt nach Schopfloch zurück. Sie wurde 1962 an die Kirchengemeinde Alpirsbach verkauft. Nach Umgestaltung der Glockenverzierung hängt sie seither als Friedensglocke in der Kirche "Zum Guten Hirten" in  Reutin, versehen mit dem Christusmonogramm und der neuen Umschrift "Er ist unser Friede".

1962 kamen zwei neue Glocken zusammen mit einem neuen, stählernen Glockenstuhl und einem elektrischen Läutwerk in den Turm. Die "Kreuzglocke" in der Tonart "D" trägt die Umschrift:

"Lasset euch versöhnen mit Gott"


und die "Taufglocke" in der Tonart "E":

 

"Ein Herr + Ein Glaube + Eine Taufe"

Orgel

Im Jahr 1809 hatte die Kirchengemeinde Schopfloch unter Pfarrer Ernst Friedrich Mohl bei dem Orgelbauer Johann Victor Gruol aus Bissingen/Teck eine Orgel angefordert. 900 Gulden sollte diese kosten (1 Gulden = ca. 1,80 DM, 900 Gulden entsprechen somit ca. 828 €). Ein Jahr später wurde die Orgel eingebaut. Manche behaupten, Gruol hätte die Schopflocher Orgel ursprünglich für die Wiesensteiger Kirche gebaut, da sie für den Standort in Schopfloch eigentlich zu groß war. Aber die Kirche sollte zu der Zeit sowieso renoviert und vergrößert werden. Und so machte man 1807 die Orgelempore der Kirche einfach passend zur bestellten Orgel. Aus den geplanten 900 Gulden für die Orgel wurden schließlich 2.729 Gulden (ca. 2.510 €) - nämlich 1.079 Gulden für die Orgel und weitere 1.650 Gulden für den Kirchenumbau.

Was die historische Substanz und das Knowhow betrifft, zählt diese Orgel aus Gruols Anfangswerken laut Orgelbauer William Jurgenson (Lauffen a. N.), der 2005 mit ihrer Restaurierung beauftragt war, zu seinen bedeutendsten und ist wohl eine der schönsten, ältesten und wertvollsten Orgeln im Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck.

Im Innern der Orgel befindet sich unmittelbar hinter den Prospektpfeifen ein handgeschriebener Werkstattzettel mit der Aufschrift:

 

"Johann Viktor Gruol, Orgelbauer in Bissingen,
30ten Mey, 1809 wurde die Windlad verleimt. Gott zur Ehr."

 

Ebenso wie eine der Glocken mussten im 1. Weltkrieg 1917 auch die Prospektpfeifen der Orgel ausgebaut und abgeliefert werden. Im September 1919 begann die Kirchengemeinde damit, Spenden für neue Orgelpfeifen zu sammeln, die am 21. Februar 1920 von der Fa. Schöber aus Kirchheim unter Teck eingebaut werden konnten.

Ab 1940 brauchte der Organist schließlich keinen Balgtreter mehr, weil ein elektrisches Gebläse in das Innere der Orgel eingebaut wurde. Das war zwar relativ laut im Kirchenraum zu hören, wurde aber ebenso wie der dafür nötige Registerumbau an der Orgel billigend in Kauf genommen.

1949 erfolge die Aufnahme der Orgel ins Denkmalverzeichnis. Geschützt sind seitdem ihr Klang und ihr Orgelgehäuse.

Bei der Innenrenovierung der Kirche im Jahr 1958 wurde das Orgelgehäuse wieder in seinem ursprünglichen Farbton von 1809 gestrichen und die Orgel erhielt bis zum Juni 1960 neue Prospektpfeifen.

Ab 2004 erfolgte eine umfangreiche Restauration der Orgel. Orgelbauer William Jurgenson aus Lauffen am Neckar wurde beauftragt, die Orgelpfeifen zu renovieren und zu stimmen, die Mechanik zu warten, das Orgelgehäuse zu reinigen und den Spieltisch zu überarbeiten. Die wichtigste Änderung war hierbei die Verlegung des Blasbalges zurück an seinen ursprünglichen Platz im Balghäusle über der Orgel auf den Dachboden der Kirche. Ein vollständiger Rückbau der Orgel in ihren Originalzustand erfolgte aus Kostengründen allerdings nicht.

Eine Besonderheit an dieser Orgel bildet der Zimbelstern, der vor allem in der Weihnachtszeit und an Heiligabend zum Lied "O du fröhliche" erklingt. Hierbei handelt es sich um 3 Glasglocken, die im Orgelinnern durch ein Windrad angetrieben werden. Der sichtbare Stern am Orgelprospekt dreht sich dabei ebenfalls.

 

Altarkreuz

Aus dem Jahr 1969 stammt das bronzene Altarkreuz des international bekannten  Bildhauers Ulrich Henn (1925 - 2014).
Angefertigt wurde es nach dem Vorbild seines Altarkreuzes für die Tübinger Stiftskirche und zeigt wichtige Szenen aus den Evangelien des Neuen Testamens.

 

Kronleuchter

1912 stiftete Adam Hänle der Kirche einen Kronleuchter, vermutlich produziert von der Fa. WMF ("Württembergische Metallwarenfabrik") aus Geislingen. Bis zur Elektrifizierung der Kirche 1927 wurden auf ihn Kerzen aufgesteckt.

2015 musste dieser Kronleuchter nach einer Elektrischen Prüfung aus Sicherheitsgründen stillgelegt werden, bevor er Ende 2016 mit modernen LED-Stabkerzen neu bestückt wurde. Zwar leuchtet er nun nicht mehr so hell wie vor der Stilllegung, vermittelt nun aber einen stimmungsvollen Eindruck seines Erscheinungsbildes vor der Elektrifizierung.

Gedenktafeln

Drei Tafeln führen insgesamt 63 Tote namentlich auf, die ihr Leben im 2. Weltkrieg oder an seinen Folgen verloren.

Dies entspricht ungefähr 10 % der damaligen Einwohnerzahl.

Pfarrer in Schopfloch

Johann Köllin (1420), Paulus Egelsberg (1483), Pauls Kagel (1485), Heinrich Murer (1497), Vitus Wittich (1503), Johannes Heim (1553-1554), Peter Schaber (1554-1556), Simon Vietor (1557-1563), Ernst Kieser (1563-1577), Lazarus Bärtsch (1577-1582), Andreas Cellarius (1582-1608), Vinzent Gölz (1608-1618), Lukas Schuler (1618-1626), Lorenz Schmidlin (1626-1627), Bernhard Schmidlin (1627-1633), Andreas Reyst (1633-1635), Johann Jakob Spindler (1635), David Wiest (1636), Filial von Oberlenningen (1636-1637), Filial von Gutenberg (1637-1666), Johann Adam Demerath (1666-1670), Johann Jakob Autenrieth (1670-1676), Johannes Külbel (1676-1690), Johann David Blarer (1690-1700), Johann Georg Breunlin (1701-1705), Samuel Christoph Lieb (1705-1731), Abraham Heubacher (1731-1740), Georg Christoph Süßkind (1740-1744), Wolfgang Burkhard Wölfing (1744-1748), Friedrich David Geyer (1748-1758), Wilhelm Ludwig Laiblin (1767-1783), Johann Christian Hintrager (1783-1794), Gottlieb Heinrich Schmid (1794-1803), Ernst Friedrich Mohl (1803-1812), Gottfried Friedrich Rösler (1812-1815), Karl Friedrich Planck (1815-1823), Christian Gottlieb Huschwadel (1823-1833), Heinrich Kommerell (1833-1859), Karl Friedrich Hochstetter (1859-1867), Wilhelm Karl Hermann Rau (1868-1877), Christian Gottlieb Zerweck (1877-1885), Julius Walz (1885-1890), Alexander Friedrich Weitbrecht (1892-1898), Paul Rieger (1898-1906), Dr. Hermann Weinheimer (1907-1914), Karl Henninger (1916-1929), Eduard Mildenberger (1930-1947), Rudolf Gradmann (1948-1955), Heinz Walter (1955-1964), Fritz Moser (1965-1974), Dietrich Winter (1975-1987), Fritz Braun (1987-2008), Frida Rothe (2009-2017), Carolin Kirchner (2017-

Unterlenningen

Ulrichskirche Unterlenningen

Ulrichskirche

Unterlenningen liegt an der alten Römerstraße von Köngen nach Laichingen.

Nicht weit ist auch die Keltensiedlung auf der Alb bei Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler ("Heidengraben"). Diese räumliche Nähe und die im Tal fließende Lauter legen nahe, dass Unterlenningen schon früh besiedelt wurde. Bereits vor 1353 erhielt Unterlenningen eine eigene Pfarrstelle.
Im 15. und 16. Jahrhundert gab es sogar 2 Kirchen im Ort;
verbürgt ist eine ehemalige Klosteranlage, von der jedoch nur noch ein Gebäude - das sich in privatem Besitz befindende Gebäude Kirchheimerstr. 47 - erhalten ist; dieses Gebäude weist an der östlichen Giebelwand einen stilisierten Kopf auf, der offensichtlich aus dem Gebälk herausgeschnitzt wurde.
Ein weiteres Klostergebäude, das sich in der Burgstraße befand, wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgebrochen. Der erste evangelische Pfarrer kam im Jahr 1552 nach Unterlenningen. Die heutige Ulrichskirche wurde im Jahre 1767 in nur 6 Monaten erbaut; der Vorgängerbau, von dem noch der Chorraum erhalten ist, war so klein, dass die Gottesdienstteilnehmer auf der Empore dem Pfarrer auf der Kanzel die Hand geben konnten.
Die Ulrichskirche (Abb. oben links) bietet heute ca. 350 Personen Platz.
Die Unterlenninger Kirche wurde nach Ulrich von Augsburg (ca. 890 - 973) benannt, der 923 Bischof von Augsburg wurde.
955 bedrohte ein ungarisches Heer Augsburg; dem inständigen Gebet Ulrichs wird der Sieg seiner Truppen gegen das ungarische Heer auf dem Lechfeld nahe Augsburg zugeschrieben. Ulrich half den von den ungarischen Truppen zerstörten Gemeinden wieder auf, sorgte sich um Arme und Kranke und förderte das kirchliche Leben.

Jubiläumsfeier 250 Jahre Ulrichskirche Unterlenningen

Rund 15.000 Gottesdienste, so hat es Dekanin Renate Kath ausgerechnet, dazu noch Hochzeiten, Trauerfeiern und andere Gottesdienste, wurden in 250 Jahren Unterlenninger Ulrichskirche gefeiert. Das „Halbe Pfund Jahrtausend“, wie Bürgermeister Michael Schlecht es ausdrückte, begingen die Unterlenninger mit einem gebührenden Festgottesdienst und einer anschließenden Feier im Gemeindehaus. Pünktlich zum Kirchenjubiläum erhielten die Gemeindeglieder eine Festschrift, in dem Fakten und Details über den Kirchenbau, die Renovierungsmaßnahmen und über Elemente des Kirchengebäudes nachzulesen sind.

Der Festgottesdienst wurde musikalisch umrahmt von einem Projektchor und dem Musizierkreis der Musikschule. Da der Bischoff aufgrund der Termindichte um das Reformationsjubiläum bereits im vergangenen Herbst leider absagen musste, konnte für ihn die (damals noch designierte) Prälatin Gabriele Arnold zur Predigt eingeladen werden. Passend dazu war der Predigttext dem 1. Markuskapitel zu entnehmen. „Offenbar will Jesus nicht durch Wunder überzeugen, sondern was er bringt, um die Menschen zu überzeugen, das ist die Predigt. Dazu bin ich gekommen – sagt er.“ So hörte es die Gemeinde von Prälatin Arnold.

Im Gemeindehaus war für die Gäste Kaffee und Kuchen aufgetischt, das Café-Tee-Mobil des Kreisdiakonieverbands bot Cappuccino an und für Groß und Klein wurden frische Crêpes zubereitet. Nach Ansprachen von Dekanin Renate Kath und Bürgermeiser Michael Schlecht wurde das Kuchenbuffet eröffnet. Im Foyer wartete der „Merchandising-Tisch“ darauf, Fanartikel wie Kirchentassen, Postkarten, Christbaumkugeln und Festschriften an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Fanartikel sind übrigens im Pfarrbüro oder in der Kirche nach wie vor erhältlich. Der gesamte Erlös des Jubiläums kommt der dringend notwendigen Kirchenrenovierung zugute. Ein besonderes Highlight wartete noch im sonst nicht zugänglichen Teil der Kirche auf die Besucher. Die Kinderkirche hatte nach einem Dorfspiel noch den Zimmermann Karl Eber gewinnen können, der die Besonderheiten des Gebälks im Dachboden über dem Kirchenschiff anschaulich erklären konnte. Dabei bestand auch die Möglichkeit, die Kirchenglocken (Festschrift-Leser können hier das Datum des Glockengusses nennen) einmal aus nächster Nähe zu betrachten. Alles in allem kann die Ulrichskirche – wie auch immer sie zu ihrem Namen kam – auf eine würdige Jubiläumsfeier zurück blicken.

Hier finden Sie die Auflösung des Kirchenrätsels